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News rund um die Restaurierung der Ahrweiler Sammlungsbestände

In der Katastrophennacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 wurde das Depot des Stadtmuseums Bad Neuenahr-Ahrweiler mit seinen Zeugnissen der Stadtgeschichte wie Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Möbeln und archäologischen Funden geflutet. Viele haben sich nach der Flutkatastrophe spontan bereit erklärt, bei der Rettung und Wiederherstellung der in hohem Maße betroffenen Sammlungsstücke behilflich zu sein.

Die im Zuge der Notbergung geretteten Sammlungsstücke befinden sich derzeit bei verschiedenen Museen, die über entsprechende Lagerkapazitäten verfügen. Dort wurden die Objekte erstversorgt, ggf. stabilisiert oder hinsichtlich evtl. Schimmelbildung behandelt. Sehr dringlich zu behandelnde Sammlungsstücke wurden von Restaurierungswerkstätten unterstützender Museen aufgenommen, die in der Lage sind, notwendige Maßnahmen zeitnah umzusetzen. Für einen bereits gesichteten Teilbestand ist eine Priorisierung entsprechend der stadt- bzw. regionalgeschichtlichen Bedeutung erfolgt. Eine Sichtung hinsichtlich des restauratorischen Aufwands steht jedoch noch aus.

Beim Wiederaufbaufond Hochwasser Rheinland-Pfalz wurde ein Budget angemeldet, um ab dem nächsten Jahr mit der Wiederherstellung der Sammlungsstücke beginnen zu können. Der Museumsverband Rheinland-Pfalz richtete ein Spendenkonto für die Restaurierung von Kulturgut aus dem Sammlungsbestands des Stadtmuseums Ahrweiler ein.

In einem nächsten Schritt werden Kostenangebote eingeholt und – nach Abwägung von Priorisierung und Restaurierungsmaßnahmen – Objekte für Patenschaften bzw. Auftragsvergaben ausgewählt.


An dieser Stelle werden wir Sie über die weiteren Fortschritte auf dem Laufenden halten und News rund um die Restaurierung der Ahrweiler Sammlungsbestände mit Ihnen teilen! 


 

"Bildnis Irmgard Külz" wird aus dem Spendentopf des Museumsverbands restauriert

25.04.2022 | Das Bildnis Irmgard Külz, 1913 gemalt vom Münchner Maler Carl Kögelwird mit finanziellen Mitteln aus dem Spendentopf des Museumsverbandes restauriert. Für dieses Gemälde engagieren sich Restaurierungspaten. Die Fotos zeigen das Bildnis Irmgard Külz mit originaler Rahmung 2017 vor (Abb. 1) und 2021 nach einem durch die Flutkatastrophe entstandenen Wasserschaden (Abb. 2). Das Gemälde wurde der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler 2017 von der Autorin und Lyrikerin Beatrix Kefferpütz als Schenkung übergeben.

Das Bildnis ist für die Geschichte der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler bedeutend: Dargestellt ist die 11-jährige Irmgard Külz mit langen blonden Zöpfen und weißem Kleid auf einer Bank sitzend. In der rechten Hand hält sie einen bunten Strauß von Wiesenblumen, in der linken einen Sommerhut. Ihre helle Gestalt ist eingebettet in das natürliche Grün der Ahrlandschaft, die im Hintergrund zusammen mit dem Neuenahrer Berg zu erkennen ist.

Irmgard Külz war die Tochter der Schriftstellerin Emma Trosse (1863-1949) und des Arztes Constantin Külz (1869-1923). Dieser hatte mit der Klinik Külz das erste Sanatorium für Diabetiker im Heilbad Neuenahr gegründet. Der Ruf des Heilbades als Diabetesbad ist stadtgeschichtlich eng mit dem Namen dieser Klinik verbunden. Ihre Mutter Emma Trosse gehörte zu den ersten weiblichen Gasthörerinnen der Friedrich-Wilhelm-Universität Berlin. Sie war Lehrerin, Klinikleiterin und Autorin von wissenschaftlicher Literatur und Sachliteratur. Von großer Bedeutung sind ihre Beiträge zur Sexualwissenschaft, die Pionierarbeiten auf dem Gebiet der weiblichen Homosexualität darstellen. Später arbeitete sie in der Klinik ihres Mannes, veröffentlichte medizinische Abhandlungen und übernahm nach dessen Tod die Leitung der Klinik.

Die als Mädchen porträtierte Kunsthistorikerin Dr. Irmgard Quednow (1902-1961), geborene Külz, arbeitete mit an dem Buch Die Kunstdenkmäler des Kreises Ahrweiler und untersuchte die Madonna in der St.-Marien-Kapelle Ahrweiler. Sie wurde mit einer Arbeit über Die Dekorative Architektur und die Plastik des 14. Jahrhunderts in der Stiftskirche Unserer Lieben Frau zu Oberwesel promoviert. Später übernahm sie die Leitung der Klinik von ihrer Mutter, während sich ihr Ehemann Dr. med. Erwin Quednow-Külz und später ihr Sohn Horst Quednow mit seiner Ehefrau Helene bis in die 1990er Jahre der erfolgreichen Behandlung der Diabetespatienten widmeten.

Informationen zum Künstler:

Carl Kögl (1873-1946) ist ein Künstler der renommierten Münchner Malerschule. Kögl wurde in München als Sohn eines Tapezierers geboren. Seine künstlerische Ausbildung ist ungeklärt. Bekannt sind Arbeiten von ihm im Münchner Raum und in der Hainichener Trinitätskirche sowie im dortigen Heimatmuseum. Durch seine Einheiratung in die weitverzweigte Familie Külz 1921 finden sich Spuren seines künstlerischen Schaffens auch in Bad Neuenahr im Ahrtal: Neben dem Bildnis der Irmgard Külz zeichnet er hier auch für die 1910/11 erfolgte Ausmalung über dem Hochaltar der Rosenkranzkirche verantwortlich.

Carl Kögl. Bildnis Irmgard Külz, 1913, Öl auf Leinwand, H. 98,5; B. 71 cm.


Schenkung für stadtgeschichtliche Sammlung | Blick aktuell (04.08.2017)


Carl Kögl: Bildnis Irmgard Külz | museum-digital


Porträt des Quellenentdeckers Georg Kreuzberg wird restauriert

03.02.2022 | Die Flutwelle im Juli 2021 hat nicht nur das Leben und die Landschaft des Ahrtals innerhalb kürzester Zeit vollkommen verändert. Auch das Lebenswerk eines der markantesten Unternehmerpersönlichkeiten der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, des Quellenentdeckers Georg Kreuzberg (1796-1873), ist von den Zerstörungen betroffen. Kreuzberg war Gründer des Apollinarisbrunnens und des Heilbades Neuenahr. Das mineralhaltige Wasser wird heute als Apollinaris Mineralwasser unter dem Dach des Coca-Cola Konzerns von Bad Neuenahr aus vertrieben.

Trotz seiner Verdienste existieren kaum Abbildungen von Kreuzberg. Erst im Februar 2021 konnte die Stadt ein Porträt, gemalt 1959 von Hanns Matschulla, aus Privatbesitz ankaufen. Es wurde in der Flutnacht beschädigt und glücklicherweise im Zuge der „Notbergung Ahrweiler“ gerettet. Als wichtiges stadtgeschichtliches Dokument und darüber hinaus als Beleg für das expressive künstlerische Schaffen von Hanns Matschulla (1901-1971) wird es nun mit Spendenmitteln des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz restauriert.

Hanns Matschulla hat als Bildhauer und Maler zahlreiche Kunstwerke im Stadtgebiet von Bad Neuenahr-Ahrweiler und im Kreis Ahrweiler hinterlassen. Was nach der Flut noch vorhanden ist, konnte noch nicht erfasst werden. Trotz zahlreicher Auftragsarbeiten hat sich der Künstler eine eigene Handschrift bewahrt: Bei dem Porträt von Georg Kreuzberg handelt es sich nicht um ein traditionell bürgerliches Bildnis, der Maler betont vielmehr mit der Wuchtigkeit und Expressivität seines Farbauftrages die aktive Kraft und die Willensstärke des Unternehmers. Dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass der Oberkörper das kleine Bildformat (82 x 66 cm) fast zu sprengen scheint, um in seiner ganzen Größe hervorzutreten.

Wie die Dokumentation des Zustandes des Gemäldes zeigt, ist die für Matschulla charakteristische Leuchtkraft der Farben noch erhalten (Abb. 1). Es ist zu hoffen, dass die Farben gut von den Resten der bräunlichen Schlammschicht befreit werden können. Problematisch ist, dass sich die Malpappe durch die Feuchtigkeit verzogen hat. Sie kann nicht planiert werden, da dies für die Malschicht zu gefährlich wäre. Die Rückwand weist darüber hinaus Schimmelbildung und Risse auf (Abb. 2). Den Notsicherungsmaßnahmen durch Diplom-Restauratorin Henrike Mall vom ZKM Karlsruhe verdankt das Bild jedoch einen hohen Reinigungsgrad.

Weitere Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen werden von Diplom-Restauratorin Anna-Helen Gnoyke in ihrem Atelier in Weißenfels/Saale durchgeführt. Gnoyke meldete sich auf den Aufruf zu Restaurierungspatenschaften, den der Museumsverband im August 2021 über den Verband der Restauratoren (VDR) startete. Sie ist auf die Konservierung und Restaurierung von Gemälden, Holz-Skulpturen und gefassten Holzobjekten spezialisiert.

Informationen zum Künstler:

Hanns Matschulla (1901-1971), „Georg Kreuzberg sprengt seinen Rahmen“, 1959.
Der Maler und Bildhauer Hanns Matschulla stammt aus Lipiny (Oberschlesien), verbrachte aber den größten Teil seines kreativen Lebens in Ahrweiler. Er hinterließ in großer Zahl Kunstwerke, aber auch kunsthandwerkliche Arbeiten in Holz und Stein. Arbeiten von Matschulla sind an vielen Stellen im Kreis Ahrweiler zu finden. Matschulla war Gründungsmitglied der 1941 gegründeten Are-Künstlergilde Bad Neuenahr-Ahrweiler. (Quelle)


Kreuzberg-Porträt aus den Fluten gerettet | Rhein-Zeitung (17.02.22)


Flut: Weiterer bedeutender Kunstgegenstand gerettet | Blick aktuell (18.02.22)


Kreuzberg-Porträt wird in Sachsen-Anhalt restauriert | General-Anzeiger Bonn (20.02.22)


 

Weihnachtgrüße aus Ahrweiler und Ludwigshafen an alle Restaurator:innen

23.12.2021 |

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kunstfreunde,

Sie haben sich nach der Flutkatastrophe an der Ahr im Juli dieses Jahres spontan bereit erklärt, bei der Rettung und Wiederherstellung der in hohem Maße betroffenen Sammlungsstücke der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler behilflich zu sein. Für diese Solidarität möchten wir uns zum Ende des Jahres noch einmal ausdrücklich sehr herzlich bedanken und Ihnen noch eine kleine Rückmeldung über den aktuellen Stand geben.

Die im Zuge der Notbergung geretteten Sammlungsstücke befinden sich bei unterschiedlichen unterstützenden Museen, die über entsprechende Lagerkapazitäten verfügen. Dort wurden die Objekte erstversorgt, ggf. stabilisiert oder hinsichtlich evtl. Schimmelbildung behandelt. Sehr dringlich zu behandelnde Sammlungsstücke wurden von Restaurierungswerkstätten unterstützender Museen aufgenommen, die in der Lage sind, notwendige Maßnahmen zeitnah umzusetzen. Für einen bereits gesichteten Teilbestand ist eine Priorisierung entsprechend der stadt- bzw. regionalgeschichtlichen Bedeutung erfolgt. Eine Sichtung hinsichtlich des restauratorischen Aufwands steht jedoch noch aus.

Beim Wiederaufbaufond Hochwasser Rheinland-Pfalz wurde ein Budget angemeldet, um ab dem nächsten Jahr mit der Wiederherstellung der Sammlungsstücke beginnen zu können. Der Museumsverband Rheinland-Pfalz richtete ein Spendenkonto für die Restaurierung von Kulturgut aus dem Sammlungsbestands des Stadtmuseums Ahrweiler ein.

In einem nächsten Schritt werden Kostenangebote eingeholt und - nach Abwägung von Priorisierung und Restaurierungsmaßnahmen - Objekte für Patenschaften bzw. Auftragsvergaben ausgewählt. Über die Website des Museumsverbands Rheinland-Pfalz RLP https://www.museumsverband-rlp.de/hochwasser werden wir Sie über die Fortschritte auf dem Laufenden halten. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, werden wir uns bei Ihnen melden und auf Ihr freundliches Angebot der Unterstützung zurückkommen.

Zunächst aber wünschen wir Ihnen Frohe Weihnachten und einen hoffentlich gesunden Start ins neue Jahr!

Es grüßen aus Ludwigshafen und Ahrweiler
Bettina Scheeder und Heike Wernz-Kaiser

Kulturstaatssekretär Hardeck überzeugt sich von Solidarität bei Rettung von Kulturgütern

07.12.2021 | Kulturstaatsekretär Prof. Dr. Jürgen Hardeck konnte sich vergangenen Dienstag im Erkenbert-Museum Frankenthal einen Eindruck von der Solidarität bei der Rettung von Kulturgütern des Ahrtals verschaffen.

„Die Museumsleitung des Erkenbert-Museums hat die Übernahme der Restaurierung einiger Objekte aus dem Museum im Ahrtal angeregt und der Stadtvorstand und Ältestenrat haben hierzu ihre Genehmigung erteilt. Das ist keinesfalls selbstverständlich und ich möchte Ihnen hier in Frankenthal, die sie dies möglich machen, sehr herzlich danken. Danken möchte ich insbesondere auch Bettina Scheeder und Dr. Elisabeth Dühr vom Museumsverband Rheinland-Pfalz, ohne deren Netzwerk und großes Engagement diese Hilfen nicht funktioniert hätten“, erklärte Kulturstaatssekretär Jürgen Hardeck. 

Die sieben Gemälde, die gerade in Frankenthal restauriert werden, sind zum Teil über hundert Jahre alt. „Es ist gut zu wissen, dass diese Gemälde, die heute in Ihre Obhut zur Restaurierung gegeben werden hier in Frankenthal eine sichere Möglichkeit der Unterbringung und konservatorische adäquaten Aufbewahrung finden, solange es in Ahrweiler diese Möglichkeit eben noch nicht wieder gibt“, sagte Hardeck.

Erkenbert-Museum übernimmt Restaurierung von sieben Gemälden aus dem Ahrtal

11/21 | Das Erkenbert-Museum in Frankenthal hat sich bereit erklärt, die Restaurierung von sieben Gemälden, die bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal schwer beschädigt wurden, zu übernehmen. Die Restaurierungsarbeiten werden von Joanna Bella, der Gemälderestauratorin am Erkenbert-Museum, durchgeführt. Die Dauer der Restaurierung wird sich aus der Begutachtung der Arbeiten und der Erstellung eines Restaurierungskonzeptes ergeben. Bei fünf der sieben Gemälde handelt es sich um Werke von Künstlern, die aus Ahrweiler und Umgebung sowie aus der Eifel stammten. 

Informationen zu den Künstler:innen & ihren Werken:

Bernhard Müller-Feyen (1931-2004), Kurgarten Bad Neuenahr, 1959.
Der Maler und Bildhauer Bernhard Müller-Feyen stammt aus Adenau in der Eifel. Das Gemälde ist Teil seiner malerischen Werkphase. Zentrales Motiv ist der farbenprächtige Kurpark des Heilbades Neuenahr im sommerlichen Licht des Jahres 1959. 

Pitt Kreuzberg (1888-1966), Ohne Titel & Petri Fischzug
Der Maler Pitt Kreuzberg stammt aus Ahrweiler und verstarb an seinem langjährigen Wohnort in Schalkenmehren. Zeit seines Lebens war er ein Querdenker und Suchender nach den Geheimnissen des Lebens. Zu seinem künstlerischen Nachlass zählen unverwechselbare Porträts der Eifellandschaft und ihrer Menschen, die durchdrungen sind vom tiefen Glauben an eine Dynamik der Dinge und einen ewigen Naturkreislauf. Das Gemälde „Ohne Titel“ und „Petri Fischzug“ sind typische Arbeiten des Spätwerks des Künstlers Ende der 1950er Jahre. 

Carl Weisgerber (1891-1968), Förster im Wald (Öl auf Leinwand)
Carl Weisgerber wurde in Ahrweiler geboren und begann schon früh Tiere zu zeichnen und zu präparieren. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs begann er 1919 sein Studium der Landschafts- und Tiermalerei bei Prof. Max Clarenbach an der Düsseldorfer Malerschule. Zu Lebzeiten besaß Weisgerber in Düsseldorf, der Region Niederrhein und der Ahreifel große Beliebtheit. Zu seinen bedeutendsten Werken gehören die großformatigen Eifelpanoramen und Motive des Düsseldorfer Hofgartens. 

Grete Willers (1883-1977), Schloss Kreuzberg (Öl auf Leinwand, 1915)
Grete Willers wurde am 30.07.1883 in Oldenburg geboren. Nach dem Studium der Malerei in Düsseldorf, München und Paris gehört sie u.a. zu den frühen Mitgliedern im „Jungen Rheinland“ in Düsseldorf. 1921 studierte sie am Bauhaus in Weimar bei Johannes Itten, Oskar Schlemmer, Gertrud Grunow, Walter Gropius, Paul Klee und Wassily Kandinsky und widmete sich seit dieser Zeit der Tapisserie. In Dessau hielt sie sich 1927 in der Versuchswerkstatt auf, 1928 wechselte sie als Leiterin der Webereiklasse an die Folkwangschule für Gestaltung in Essen. Das Ahrtal besuchte Grete Willers 1915, nachdem sie ihr Studium in Paris wegen des Ersten Weltkrieges aufgeben musste.

Hinzu kommen zwei Arbeiten aus dem Atelier einer Karlsruher Restauratorin – eines davon von Ernst Kley, dem Mitgründer der Are-Künstlergilde e.V. Bad Neuenahr-Ahrweiler.


Rettung nach der Flut: Frankenthaler Erkenbert-Museum hilft Bad Neuenahr-Ahrweiler | Die Rheinpfalz (08.12.2021)


Frankenthal: Erkenbertmuseum restauriert Gemälde aus Ahrtal | SWR (09.12.2021)


 

Vereinigung Pfälzer Kunstfreunde spendet 10.000 Euro für flutgeschädigtes Kulturgut

16.11.2021 | Die Vereinigung Pfälzer Kunstfreunde (VPK) spendet 10.000 Euro aus dem Erlös ihrer „Benefizveranstaltung zugunsten der Flutopfer im Ahrtal“ für die Restaurierung von flutgeschädigten Exponaten des Stadtmuseums Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Scheckübergabe fand am 16. November 2021 im Herrenhof Mußbach statt. Bei der Scheckübergabe anwesend waren Dr. Hermann Bleiholder, Vorsitzender der Vereinigung Pfälzer Kunstfreunde, Bettina Scheeder, Geschäftsführerin Museumsverband Rheinland-Pfalz, Museumsleiterin Heike Wernz-Kaiser vom Stadtmuseum Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Vorsitzende der Vereinigung Pfälzer Kunstfreunde Hanne Korb.

Im Rahmen einer Benefizaktion der Pfälzer Kunstfreunde im Oktober 2021 wurden Spenden im Wert von 10.000 Euro gesammelt. Zum Verkauf kamen Original-Grafiken von rund 60 Künstlerinnen und Künstlern aus dem Archiv der Kunstfreunde – darunter Werke von Rudolf Scharpf oder der Pfalzpreisträgerin Heike Negenborn.

Der gesamte Spendenerlös kommt nun der Aktion „SolidAHRität: Spenden für die Restaurierung von Kulturgut“ zugute. Vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe im Ahrtal hatte der Museumsverband Rheinland-Pfalz e.V. unter diesem Titel im August zu Spenden für die aufwändige Restaurierung der beschädigten Museumsobjekte des Stadtmuseums Bad Neuenahr-Ahrweiler aufgerufen. Knapp 2.800 Objekte und damit beinahe der gesamte Sammlungsbestand wurden von der Flutkatastrophe in Mitleidenschaft gezogen.


Interview mit der Museumsleiterin Heike Wernz-Kaiser | Die Rheinpfalz (16.11.2021)


 

SPD-Fraktion des Kulturausschusses im Landtag besichtigt Gemälde aus dem Ahrtal

08.11.2021 | Um sich ein Bild vom Zustand der geretteten Gemälde aus dem Ahrtal zu machen, hat die SPD-Fraktion des Kulturausschusses des rheinland-pfälzischen Landtags das Depot des Trierer Stadtmuseums besucht. Seit Anfang August lagern und trocknen hier Kunstwerke aus dem Ahrtal, die durch Vermittlung des Museumsverbands Rheinland-Pfalz in einer Notrettungsaktion auf Museen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verteilt wurden.

In Begleitung von Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Kulturdezernent Markus Nöhl und Dr. Elisabeth Dühr, Vorsitzende des Museumsverbands Rheinland-Pfalz, verschaffte die Gruppe sich einen Überblick über die Situation: Restaurator Dimitri Scher schilderte die Schäden, die das Hochwasser an den Kunstwerken verursachte, die in Ahrweiler in einer Tiefgarage gelagert wurden. Die frühere Leiterin des Stadtmuseums Bad Neuenahr-Ahrweiler, Heike Wernz-Kaiser, war ebenfalls vor Ort und beschrieb die dramatische Rettung der Kunstwerke aus dem völlig zerstörten unterirdischen Depot.

Die Mitglieder des Kulturausschusses zeigten sich beeindruckt ob der bereits geleisteten Arbeit zur Rettung der Kunstschätze und sagten ihre Unterstützung für die weiteren Schritte zu: „Was wir hier vor uns sehen, ist unser aller kulturelles Erbe in Rheinland-Pfalz, und dem sollten wir uns verpflichtet fühlen“, so eine Sprecherin des Kulturausschusses.

Erste Gemälde aus Ahrweiler im Rahmen von Restaurierungspatenschaft teilrestauriert

15.10.2021 | Die ersten aus der Flut geretteten Gemälde der stadtgeschichtlichen Sammlung Ahrweiler sind teilrestauriert. „Schloß Kreuzberg“ von Grete Willers und Ernst Kleys „Inferno – Bomben über Ahrweiler“ wurden nach der Erstversorgung durch das ZKM im Rahmen einer Restaurierungspatenschaft von der freiberuflichen Restauratorin Juliane Lange instand gesetzt. Vorder- und Rückseite der Gemälde wurden gereinigt und genäht. Die Hartfaserplatte des Kley-Gemäldes konnte wieder in einen planen Zustand gebracht werden. Auch die Rahmen wurden versorgt. Eine weitere Behandlung, sofern erwünscht oder erforderlich, wird im Erkenbert Museum Frankenthal erfolgen, wo sieben restaurierte Gemälde der Sammlung zwischengelagert werden sollen.

150.050 Euro bei Kunstauktion zugunsten des Ahrtals ersteigert

24.09.2021 | Im Rahmen der Auktion „Aktion Kunst & Kultur im Ahrtal“ wurden am 22.09.2021 im Ludwig Museum Koblenz Werke im Wert von insgesamt 150.050 Euro versteigert. Sowohl prominente als auch regionale Künstlerinnen und Künstler haben ihre Werke zugunsten von Kulturschaffenden im Ahrtal gespendet. Mehr als 50 Werke kamen unter den Hammer, darunter Werke von Joseph Beuys, Titus Lehner, Gottfried Helnwein oder der chinesischen Konzeptkünstlerin Jiny Lan. Es können aktuell noch Werke zum Startpreis erworben werden.

Die Spendenerlöse kommen der Bürgerstiftung der Volksbank RheinAhrEifel eG zugute. Vor dem Hintergrund der Flutkatastrophe widmet die Stiftung ihr Engagement den Betroffenen und Helfern in den Katastrophengebieten. Über die Verteilung der Spendengelder an Kulturinstitutionen und Kulturschaffende aus dem Ahrtal berät sich das Stiftungskuratorium eng mit einem Expertenkreis aus dem Bereich Kunst und Kultur.

Die Schirmherrschaft für die Charity-Auktion hatte Nicole Steingaß, Staatssekretärin des Ministeriums für Inneres und Sport, inne. Prof. Dr. Jürgen Hardeck, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz, hat im Namen seines Ministeriums für Werke mitgeboten.


Ludwig Museum Koblenz: Kunstauktion für Künstler im Ahrtal | SWR AKTUELL (23.09.2021)


Charity-Auktion für Künstler im Ahrtal | Deutsche Welle (22.09.2021)


 

Socken, Stoffe, Solidarität: Spenden-Aktion im Freilichtmuseum #SolidAHRität

16.08.2021 | Das Rheinland-Pfälzische Freilichtmuseum in Bad Sobernheim startet nach Aufruf des Museumsverbands Rheinland-Pfalz e.V. zu „#SolidAHRität“ eine Benefizaktion: Auf dem Tuchmarkt am 14. und 15. August 2021 im Rheinland-Pfälzischen Freilichtmuseum sammelten die Veranstalter*innen zugunsten der Flutopfer im Ahrtal. An der Schiffschaukel, den Marktständen und bei den Handwerker*innen wurden fleißig die Spendenboxen gefüllt.

Zusammen mit den Eintrittsgeldern ergab sich die stolze Summe von rund 9.500 Euro. Das Geld kommt sowohl Menschen, die privat Opfer der Flutkatastrophe wurden, als auch den betroffenen Museen im nördlichen Rheinland-Pfalz zugute. Zu gleichen Teilen verrechnet, gehen jeweils rund 4.750 Euro an das Spendenkonto des Landes Rheinland-Pfalz sowie an den Museumsverband Rheinland-Pfalz e.V., der unter dem Stichwort „SolidAHRität“ zu Spenden für die aufwendige Restaurierung von Kulturgut aufgerufen hat.

Restaurierung von fünf Skulpturen durch Ernst von Siemens Kunststiftung gesichert

19.08.2021 | Von großer Solidarität und Einsatzbereitschaft sind die Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten geprägt. Gleiches gilt auch für die Bergung und Rettung von größtenteils leider stark beschädigten Kunst- und Kulturgütern aus den überfluteten Museen.

Bei der Bergung eines ausgelagerten und überfluteten Sammlungsbestandes des Stadtmuseums in Bad Neuenahr-Ahrweiler unterstützte ein ortsansässiger Restaurator gemeinsam mit seiner ebenfalls als Restauratorin ausgebildeten Schwester die Bergungsarbeiten über Tage.

Fünf plastische Steinobjekte, darunter zwei um 1530 entstandene Schildträger-Figuren, befinden sich nun in der fachkundigen Obhut des Restaurators. Sie sind  aufgrund ihrer Verschmutzung und des Schimmelbefalls in kritischem Zustand und müssen dringend gereinigt werden, bevor weitere erhaltende Maßnahmen durchgeführt werden können.

Ein Projekt der Corona-Förderlinie für Selbständige in Museen und Sammlungen der Ernst von Siemes-Kunststiftung.


Weitere Restaurierung von fünf Skulpturen gesichert | Ernst Von Siemens Kunststiftung


 

Kulturministerin Katharina Binz begutachtet gerettete Gemälde in Trier

11.08.2021 | 55 Gemälde aus der städtischen Kunstammlung des Stadtmuseums Bad Neuenahr-Ahrweiler werden von Kulturministerin Katharina Binz und Museumsleiterin Heike Wernz-Kaiser zusammen mit Elisabeth Dühr, Vorsitzende des Museumsverbands Rheinland-Pfalz, das erste Mal seit der Bergung begutachtet.

„Wo Menschen um ihr Leben und ihre Existenz kämpfen, scheint die Restaurierung von Kunstwerken zunächst zweitrangig“, erklärt Museumsdirektorin Dr. Elisabeth Dühr. „Für die Identität der Menschen im Ahrtal sind diese Werke jedoch von großer Bedeutung, ihre Restaurierung ist ein wichtiger Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Region. Ich hoffe, dass in naher Zukunft eine langfristige Lösung zur Bewältigung dieser Aufgabe gefunden wird.“