
Kulturelles Erbe ist verletzlich – das hat die Flut im Ahrtal 2021 deutlich gezeigt. Um Archive, Bibliotheken und Museen künftig besser vor Schäden zu schützen, wurde in Rheinland-Pfalz ein landesweites Kulturgutkataster entwickelt. Es bündelt erstmals zentrale Informationen zu den Einrichtungen, ihren Standorten und Ansprechpersonen und unterstützt so Einsatzkräfte im Katastrophenfall. Das Kataster ist damit ein wichtiger Schritt, um Kulturgüter im Land besser zu schützen und die Zusammenarbeit zwischen Kultur- und Katastrophenschutz dauerhaft zu stärken. Der Museumsverband Rheinland-Pfalz war gemeinsam mit der Landesstelle für Bestandserhaltung, der Landesarchivverwaltung und dem Katastrophenschutz an der Konzeption des Kulturgutkataster für Rheinland-Pfalz beteiligt.
Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 hat gezeigt, wie gefährdet Kulturgüter im Katastrophenfall sind. Archive, Bibliotheken und Museen verwahren einzigartige Zeugnisse der Geschichte – doch oft fehlen im Ernstfall Informationen, wo sie sich befinden und wer verantwortlich ist. Das neue Kulturgutkataster für Rheinland-Pfalz soll hier Abhilfe schaffen und den Schutz von Kulturgütern landesweit verbessern.
Im Kataster werden erstmals landesweit einheitlich grundlegende Informationen zu allen Einrichtungen erfasst, die Kulturgut bewahren – also zu Museen, Universitätssammlungen, Archiven, Bibliotheken und ihren Außendepots. Dazu gehören Standortdaten, Informationen zu den verwahrten Objekten, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie Angaben zu Notfallplänen oder zur Beteiligung an Notfallverbünden.
Die im Kataster hinterlegten Daten helfen Einsatzkräften, im Katastrophenfall schnell und gezielt zu handeln. So können Bergungsmaßnahmen effizient geplant und Schäden an Kulturgut möglichst geringgehalten werden.
Für Museen ist das Kataster ein zentraler Bestandteil der Notfallvorsorge. Es trägt dazu bei, Risiken besser einzuschätzen und vorhandene Notfallpläne aktuell zu halten. Ziel ist, alle Museen im Land zur Teilnahme zu gewinnen, um Kulturgut in Rheinland-Pfalz künftig bestmöglich zu schützen.
Ihr Museum hat noch keinen Eintrag im Kulturgutkataster für Rheinland-Pfalz oder Sie haben Fragen zum Thema? Dann melden Sie sich gerne per Mail an info(at)museumsverband-rlp.de.
Einsatzkräfte können im Notfall auf Daten und Objektverzeichnisse aus dem Kataster zugreifen. Da das Kataster sensible Daten enthält, ist es jedoch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die technische Umsetzung und Betreuung erfolgt durch das neu gegründete Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) im Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums Rheinland-Pfalz und einem Team der Universität Koblenz. Die Daten werden über das Portal für Brand- und Katastrophenschutz (BKS-Portal) verwaltet. Im Notfall stehen sie den zuständigen Kräften im Brand- und Katastrophenschutz sowie dem Rettungsdienst direkt zur Verfügung.
Das Kulturgutkataster wurde unter Federführung des Kulturministeriums Rheinland-Pfalz im Rahmen der Arbeitsgruppe „Landesweite Notfallplanung“ entwickelt – gemeinsam mit der Landesstelle für Bestandserhaltung, der Landesarchivverwaltung, dem Katastrophenschutz und dem Museumsverband Rheinland-Pfalz. Die technische Umsetzung und Betreuung erfolgt durch das neu gegründete Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) im Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums Rheinland-Pfalz und einem Team der Universität Koblenz.

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Kulturgutkataster geht an den Start
(21.10.25)