Anlässlich des 150. Geburtstags von Mathilde Vollmoeller-Purrmann (1876–1943) widmet das Museum Purrmann-Haus der Künstlerin eine Jubiläumsausstellung mit Gabriele Münter (1877–1962) und Paula Modersohn-Becker (1876–1907). Erstmals treten die Werke dieser drei Malerinnen in einen Dialog.
Im Mittelpunkt steht Mathilde Vollmoeller-Purrmann, deren Karriere in Berlin bei Sabine Lepsius und Leo von König begann und in Paris als Schülerin von Henri Matisse ihren Höhepunkt erreichte. Nach ihrer Heirat mit dem Maler Hans Purrmann und der Geburt ihrer drei Kinder zog sie sich aus dem professionellen Kunstbetrieb zurück. Nach ihrem Tod geriet ihr Werk weitgehend in Vergessenheit. Erst die Wiederentdeckung ihres Nachlasses im Jahre 1999 schrieb ihre Geschichte neu. Seitdem ist dieser Schatz von rund 350 Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgrafiken sowie etwa 2.000 Briefen, Fotografien und Dokumenten ein Forschungsschwerpunkt und wichtiger Teil der Sammlung des Museums Purrmann-Haus. Zahlreiche Ausstellungen und Publikationen würdigen Mathilde Vollmoeller-Purrmann als bedeutende Pionierin der Klassischen Moderne. Gabriele Münter begegnete die Malerin im Sommer 1930 in Sanary-sur-Mer, und mit Paula Modersohn-Becker verband sie die Freundschaft zu Rainer Maria Rilke.
Hochkarätige Leihgaben und Werke aus dem Museum Purrmann-Haus bezeugen, dass diese drei Malerinnen in ihrem Streben nach neuen Ausdrucksformen ganz individuelle Bildsprachen entwickelten und Werke von zeitloser Kraft und Schönheit schufen: Mathilde Vollmoeller-Purrmann in der intensiven Auseinandersetzung mit dem Impressionismus im Kreis der „Berliner Secession“ und dem französischen Fauvismus an der „Académie Matisse“, Gabriele Münter als eine der zentralen Figuren der Künstlergruppe „Blauer Reiter“ und Paula Modersohn-Becker unter dem Eindruck der Künstlerkolonie Worpswede und der Pariser Kunstwelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Die Ausstellung vereint herausragende Kunstwerke mit bewegenden Biografien und eröffnet neue Perspektiven auf die Emanzipation der Frau, auf Künstlerehen und das Spannungsfeld zwischen Familie und Karriere. Eine Multivision führt in das Thema ein, das umfangreiche Begleitprogramm schlägt den Bogen zur Gegenwart.
Förderung
Die Ausstellung wird durch das Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz im Rahmen der Museumsförderung sowie durch die Hans Purrmann Stiftung und die Kulturstiftung Speyer gefördert. Der Museumsverband Rheinland-Pfalz begleitet die Landesförderung durch die fachliche Beratung und Prüfung der Förderanträge.
Ausstellungsinformationen
- Ausstellung: Malerinnen der Moderne: Paula Modersohn-Becker und Gabriele Münter zu Gast bei Mathilde Vollmoeller-Purrmann
- Ort: Museum Purrmann-Haus, Speyer
- Laufzeit: 17. Oktober 2026 bis 11. April 2027
Malerinnen der Moderne im Museumsportal RLP
