Der Tornado, der am 19. August über Höhr-Grenzhausen zog, hat auf dem Gelände der Töpferei Peltner erhebliche Schäden hinterlassen. Besonders betroffen sind das Museum und der historische Kannenofen. Teile des Museums waren nach dem Unwetter einsturzgefährdet und mussten noch in derselben Nacht durch die Feuerwehr abgestützt werden.
Auch das Dach des seit 1985 unter Denkmalschutz stehenden Kannenofens wurde schwer beschädigt. Zahlreiche Dachziegel fehlen oder sind zerbrochen, sodass Regenwasser eindringen kann. Im Inneren schützen derzeit Planen das historische Gemäuer und die dort ausgestellten Objekte vor der Witterung. Die Denkmalpflege hat die Schäden inzwischen begutachtet.
Der Kannenofen gehört zu den wenigen erhaltenen historischen Töpfer-Brennöfen des Kannenbäckerlandes. Die Anlage mit Brennkammer und umgebendem Fachwerkschutzhaus stammt aus dem späten 19. beziehungsweise frühen 20. Jahrhundert und ist als technisches Kulturdenkmal geschützt. Sie vermittelt eine für die Keramikgeschichte der Region zentrale Brenntechnik: den Salzglasurbrand im offenen Buchenholzfeuer, der die Westerwälder und rheinische Keramik über Jahrhunderte prägte. Im Museum werden unter anderem Rheinisches und Westerwälder Steinzeug vom 13. bis zum 20. Jahrhundert sowie schlesisch-bunzlauer Keramik gezeigt.
Nach dem Tornado unterstützten zahlreiche Helferinnen und Helfer die ersten Sicherungs- und Aufräumarbeiten. Unter anderem waren ehemalige Ahrtal-Fluthelfer aus der Schweiz vor Ort und halfen dabei, das von umgestürzten Bäumen stark betroffene Gelände zu räumen.
Wann Museum und Kannenofen wieder für Besucherinnen und Besucher öffnen können, ist derzeit noch nicht absehbar. Insbesondere am historischen Kannenofen sind weitere Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich.
Töpferei und Museum im Kannenofen

