Gebärdensprache  Leichte Sprache

UPDATE: Hochwasserschäden an rheinland-pfälzischen Museen

UPDATE VOM 29.07.2021 zum Stand der Hochwasserschäden an rheinland-pfälzischen Museen | Hier finden Sie alle für Museen relevante Infos zum Umgang mit Hochwasserschäden | Bitte melden Sie uns, ob Ihr Museum oder Museen in Ihrer Nähe von den Auswirkungen der katastrophalen Fluten betroffen sind, damit wir die betroffenen Einrichtungen unterstützen können.



Zeichen der Solidarität: Fluthilfe für Museen in RLP

Wir sind überwältigt: Zahlreiche Hilfsangeboten und breite Front der Unterstützung für die von Hochwasser und Sturzflut betroffenen rheinland-pfälzischen Museen erreichen den Museumsverband Rheinland-Pfalz e.V. 

Zum aktuellen Stand in Ahrweiler | Erste Rettungsmaßnahmen für Museumsobjekte eingeleitet: 

PM Museumsverband RLP | 29.07.2021
 



UPDATE vom 27.07.2021

Zur aktuellen Lage

Glücklicherweise sind viele Museen von der Flut verschont geblieben. Nur wenige hat es schwer getroffen. Akut ist die Lage noch in Ahrweiler: Dort konnten bereits Objekte des Schützenmuseums sichergestellt werden, unklar ist, ob der Bestand des Stadtmuseums gerettet werden kann. Wir geben die Hoffnung jedoch nicht auf!

Angebote zur Unterstützung

Uns haben bereits zahlreiche Hilfsangebote für einer möglichen Bergung des Sammlungsbestand (aus Sachsen, Thüringen sowie Berlin und Brandenburg) erreicht. Auch auf unseren Aufruf an die Museen und den Verband der Restauratoren hin gingen zahlreiche Hilfsangebote ein. Wir freuen uns über jede Unterstützung und jedes Angebot!

Meldung von Hilfsangeboten

Fachleute, die ihre Unterstützung anbieten möchten, bitten wir, von einer telefonischen Kontaktaufnahme abzusehen, da wir die Anrufe personell nicht stemmen können. Bitte geben Sie per E-Mail möglichst konkret durch,

  • ob Sie bei der Erstversorgung der Objekte vor Ort helfen können.
  • ob Sie ggf. kostenlos Kapazitäten für die Trocknung, Lagerung und Gefriertrocknung stellen können.
  • ob Sie bereit wären, eine Restaurierungspatenschaft zu übernehmen, d.h. ein oder mehrere Objekte kostenlos zu restaurieren.

Sollte eine Rettung des Bestands möglich sein, werden wir Sie umgehend informieren.

Für Ihre Unterstützung schon jetzt recht herzlichen Dank!
Ihr Museumsverband Rheinland-Pfalz
 



Bitte um Mithilfe

Liebe Museumskolleg*innen & Museumsfreund*innen in Rheinland-Pfalz,

in der Hoffnung, dass Sie, Ihre Familien, Freunde und Kollg*innen wohlauf und in Sicherheit sind, möchte wir Sie um Mithilfe bitten.

Bitte melden Sie uns, ob Ihr Museum oder Museen in Ihrer Nähe von den Auswirkungen der katastrophalen Fluten betroffen sind. Wir versuchen, die betroffenen Einrichtungen – wo möglich und sinnvoll – zu unterstützen.

Im Land selbst gibt es einen Schulterschluss zwischen der Landesstelle Bestandserhaltung, dem Landesbibliothekszentrum, dem Landesarchiv und dem Museumsverband.

Darüber hinaus könnten wir uns zusammen mit einer Reihe anderer Organisationen gemeinsame Spendenaufrufe, aber auch die politische Arbeit für einen Rettungsfonds vorstellen, um die Unterstützung zu bündeln. Der Deutsche Museumsbund, ICOM-Deutschland oder Blue Shield e.V., eine Organisation, die sich für den Schutz von Kulturgütern in Krisenzeiten einsetzt (www.blue-shield.de), haben ihre Bereitschaft dazu bereits signalisiert.

Bitte melden Sie uns betroffene Einrichtungen oder geben diese auf der ICOM-Website ein: 
https://icom-deutschland.de/de/nachrichten/366-icom-blue-shield-bitten-um-rueckmeldung.html

Betroffene Archive wenden sich bitte an die Landesarchivverwaltung RLP: 
Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz | Erste Informationen für hochwassergeschädigte Archive (landeshauptarchiv.de)



Was tun bei Starkregen und Hochwasser? Was muss ich nach der Katatsrophe beachten?

Wie sehen vorbereitende Maßnahmen bei Starkregen und Hochwasser aus? Wie lassen sich Folgeschäden mindern und was soll ich im Katastrophenfall und nach der Katastrophe unternehmen? 

Vorbereitende Maßnahmen:

Handreichung für den Starkregen- und Hochwasserschutz in Museen [PDF]

Im Katastrophenfall:

  • Im Sommer tiefgefrieren (-35°C, 5 % Feuchtigkeit), dies ermöglicht spätere Restaurierung
  • Ausnahme: Pergament, Holz, Knochen, Elfenbein, Gemälde niemals einfrieren!
  • Sandsäcke anfordern (Gemeinde/Bauhof)
  • Türen und Schlösser abkleben, weil Schmutzwasser sie unbrauchbar macht

Nach der Katastrophe:

  • Unmittelbar danach: Alle Objekte aus den Schubladen oder Holzkästen nehmen (sie verziehen sich beim Trocknen und können nicht mehr geöffnet werden)
  • Desinfizieren (z. B. bakterien- und (schimmel)pilztötende Desinfektionsmittel, mit Lichemid 248, mit Äthylenoxid in Desinfektionskammern oder –boxen)
  • Holzgegenstände (Skulpturen, Möbel) mittels Gelatine mit japanischem Fliespapier überkleben
  • Bücher: Papierzwischenlagen ständig wechseln!
  • Professionelle Restaurierung und Beratung durch Denkmalamt
  • Gefriertrocknen
     


Handreichungen & hilfreiche Links



Hilfe durch den AK „Gebäudemanagement und Sicherheit“ und „Restaurierung/Konservierung“ des Deutschen Museumsbundes

Der AK „Gebäudemanagement und Sicherheit“ und „Restaurierung/Konservierung“ sowie die Notfallverbünde in Sachsen und Thüringen stehen bereit, Hilfe zu leisten:

  1. Bereitstellung von Materialien aus den „Notfallzügen Kulturgutschutz“ (aus Dresden und Thüringen). Hier können Sie die Dresdner Ausstattung einsehen: Liste verfügbarer Materialien [PDF]
  2. Leihe von Pumpen, Schläuchen, mobilen Entfeuchtern und Luftionisatoren, um die relative Luftfeuchtigkeit zu reduzieren (Trocknung) und Schimmelsporen zu eliminieren.
  3. Fachliche Unterstützung für Restauratoren und Sammlungsverantwortliche vor Ort, um Hilfsmaßnahmen vor Ort fachlich (und mit den leidvollen Erfahrungen zum Beispiel aus Dresden 2002, 2010 und 2013) besprechen zu können.
     


Wassergeschädigte Fotos und Papiere retten

Falls es bei Ihnen zu Schäden an Fotos oder Papierdokumenten nach den tragischen Überflutungen der letzten Tage kam: Viele Dokumente, auch wenn sie tagelang in Wasser und Schlamm lagen, können gerettet werden! Papierdokumente sind auch nach tagelangem Lagern im Schlamm oft recht gut erhalten, Fotos und Dias dagegen sind empfindlicher und müssen schleunigst geborgen werden. Je schneller Sie handeln, umso mehr kann wieder hergestellt werden.

Diplom-Restaurator Volker Dietzel, der 2002 an der Rettung des Dokumentenbestands der Pathologisch-Anatomischen Sammlung des Klinikums Dresden-Friedrichstadt beteiligt war, hat für Sie alle wichtigen Hinweise zusammengefasst.

Hinweise zur Rettung von wassergeschädigten Fotos und Papieren durch Einfrieren [PDF]

 

 

 

Aufräumarbeiten vor dem Depot des Stadtmuseums Bad Neuenahr-Ahrweiler
©  Heike Wernz-Kaiser

Aufräumarbeiten vor dem Depot des Stadtmuseums Bad Neuenahr-Ahrweiler