"Das kenne ich noch von früher!" – Demenzkoffer im Museum

In Deutschland gibt es gegenwärtig mehr als 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko zu erkranken. Bei der gegenwärtigen demographischen Entwicklung rechnet man dementsprechend bis 2050 mit 3 Millionen Demenzkranken. Fast jede Familie wird davon betroffen sein. 

Das Bedürfnis nach kultureller Teilhabe geht bei einer Demenz jedoch nicht verloren. Kunst und Kultur sind im Gegenteil der Schlüssel zur emotionalen Welt von Menschen mit Demenz. Und gerade Museen als Gedächtnis- und Speicherorte einer Gesellschaft können ihren Teil zur Erinnerungsarbeit, Förderung der Kreativität und aktiven Teilhabe beitragen.

Mit den "Demenzkoffern" wurde deshalb vom Museumsverband Rheinland-Pfalz im Jahr 2017 ein Projekt ins Leben gerufen, das die aktive Teilhabe von Menschen mit Demenz in Rheinland-Pfalz fördern soll. Museen erhalten kostenlos einen oder mehrere Koffer und bestücken sie in Eigenregie mit Originalobjekten zu ortsspezifischen oder alltagsgeschichtlichen Themen. Die Objekte lassen die Vergangenheit lebendig werden und wecken Erinnerungen. 

Gefördert wurde das Projekt von der Stiftung DiaDem. Die Erinnerungskoffer kommen sowohl in den Museen als auch in Pflegeeinrichtungen vor Ort zum Einsatz. Sie eignen sich ebenfalls für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und für generationenübergreifende Gruppen. 50 Koffer machen derzeit in Rheinland-Pfalz die Vergangenheit lebendig.


Museen und Demenz – Praxisbeispiele


Bildgalerie

Demenzkoffer aus dem Nostalgikum Uersfeld
Nostalgikum Uersfeld
© Gabriele Bußmann
Demenzkoffer des Eisenkunstgussmuseums Bendorf zum Thema Weihnachten
Eisenkunstgussmuseums Bendorf
© Barbara Friedhofen
Demenzkoffer des Eisenkunstgussmuseums Bendorf zum Thema "Die Küche in den 60er Jahren"
Eisenkunstgussmuseums Bendorf
© Barbara Friedhofen
Teilnehmer einer Demenzveranstaltung im Eisenkunstgussmuseum Bendorf
Eisenkunstgussmuseums Bendorf
© Barbara Friedhofen
Demenzkoffer des Keramikmuseum Westerwald
Keramikmuseum Westerwald
© Patrizia Lackas
 

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