Museumsregistrierung durch den Museumsverband Rheinland-Pfalz

Unter Federführung des Museumsverbands Rheinland-Pfalz wurde 2004 – nach einer eingehenden Diskussion zu der auch Kollegen aus anderen europäischen Ländern hinzugezogen wurden – ein freiwilliges Registrierungssystem für Museen entwickelt. Das freiwillige Registrierungssystem basiert auf einer Leistungsmessung des Museums nach anerkannten professionellen Standards. Dabei soll ermittelt werden, ob ein Museum die vorgeschriebenen Qualitätsstandards erfüllt.

Was versteht man unter einem Museum?

Der Museumsverband Rheinland-Pfalz richtet sich nach den ICOM-Standards (INTERNATIONAL COUNCIL OF MUSEUM) und versteht unter einem Museum "eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt."

Wer kann einen Antrag auf Museumsregistrierung stellen?

Jeder Antragsteller muss anerkannte professionelle Standards erfüllen und deshalb auch Folgendes vorweisen:

  • eine rechtlich einwandfreie Satzung/Statut
  • eine eindeutige Formulierung der Hauptziele des Museums für alle Aufgabenfelder (Museumskonzept und Leitlinien) und einen daraus ableitbaren Maßnahmenplan
  • geeignete Vorkehrungen für die Sammlungspflege
  • der Art, der Größe und der Lage des Museums angemessene Serviceangebote für die Besucher
  • eine abgesicherte finanzielle Basis.

Wie funktioniert das Registrierungsverfahren?

Das Registrierungsverfahren besteht aus folgenden Schritten:

1) Selbstevaluation

Museen evaluieren ihre eigenen Aktivitäten, beurteilen ihre Leistungen und formulieren einen ausgearbeiten Plan für die nächsten Jahre.

2) Kostenlose Unterstützung

Der Museumsverband ist den Museen im Erreichen der Registrierungsstandards behilflich.

3) Beurteilung durch Kollegen

Die Museen werden beurteilt von Vorstandsmitglieder des Museumvebands, Vertreter der Ehrenamtlichen Museen im Museumsverband aus der von ihnen betreuten Region sowie externe Experten, die ad hoc herangezogen werden können, wenn eine bestimmte Museumskategorie Spezialwissen erfordert.

Wie wird der Antrag beurteilt?

Das Registrierungskomitee beurteilt jeden Antrag eingehend und entscheidet, welchen Status das Museum erhält. Es wird wie folgt unterschieden:

1) Vollständige Registrierung

Eine vollständige Registrierung kann erfolgen, wenn das Museum alle Registrierungskriterien erfüllt.

2) Vorläufige Registrierung

Wenn das Museum noch nicht alle Kriterien der Registrierung erfüllt, aber den Willen und die Bereitschaft gezeigt hat, innerhalb eines Zeitraums von höchstens fünf Jahren die Anforderungen zu erreichen, erfolgt eine vorläufige Registrierung.

3) Zurückstellung

Wenn das Registrierungskomittee auf Grundlage der eingereichten Informationen keine Entscheidung treffen kann, wird die Entscheidung verschoben, bis ausreichende Informationen vorliegen.

4) Ablehnung

Es kommt zu einer Ablehnung wenn das Museum nicht darlegen kann, dass es den Registrierungskriterien gerecht wird.