21.06.2019

Museum macht stark – Projekt im HeimatMuseum Schloss Sinzig präsentiert Videoclips als Museumsführer

Kann ich das? Was traue ich mir zu? Gerade junge Menschen begleiten diese Fragen oft und nicht selten lösen sie Verunsicherung aus. 16 Sinziger Jugendliche aus acht Nationen können dazu viel Positives berichten. Sie haben teilgenommen am Projekt „Museum macht stark“ im HeimatMuseum Schloss Sinzig, das sie jetzt der Öffentlichkeit präsentierten. Hardy Rehmann, Vorsitzender des Fördervereins Denkmalpflege und Heimatmuseum, begrüßte dabei im voll besetzten Sitzungssaal des Schlosses die Jugendlichen, ihre Familien und Freunde und weitere Gäste. „Wir haben eine Premiere zu feiern“, berichtete er stolz, denn zum ersten Mal hatte sich der Verein um Fördermittel des Bundes für ein Jugendprojekt beworben. Das sei eine große Herausforderung und ein Risiko gewesen – mit gutem Ergebnis, wie der Nachmittag zeigte.

Die Mädchen und Jungen im Alter von 12 bis 18 Jahren gehören überwiegend zu in Sinzig untergebrachten Flüchtlingsfamilien. Die meisten von ihnen bilden auch in der Sinziger Barbarossaschule eine Gruppe, in der sie intensiv die deutsche Sprache lernen. Bei „Museum macht stark“ haben sie nun viel gelernt, erprobt und Neues erlebt. Davon konnten sich ihre Eltern und Geschwister sowie Gäste überzeugen.

Das Projekt wird finanziert vom Deutschen Museumsbund und gemeinsam durchgeführt vom Förderverein Denkmalpflege und Heimatmuseum in Sinzig e.V., dem HeimatMuseum Schloss Sinzig, dem Sinziger Haus der offenen Tür (HoT) und der Barbarossaschule. Die Jugendlichen haben bei den wöchentlichen Treffs im Museum insgesamt neun Videos gedreht, fotografiert, historische Szenen nachgespielt, geschrieben, gemalt und alles übersetzt. Ihre Themen waren die Düsseldorfer Malerschule - ein Schwerpunkt des Sinziger Museums - die Geschichte von Stadt und Museum, der originale Modellbau bei Fachwerkhäusern und historische Frisuren und Kleider. Mit neuem Wissen und Können frisch gewappnet führten sie ihre Gäste mit Elan durch das Museum und informierten hautnah, sowohl in Deutsch wie in ihrer Landesprache, was insbesondere ihren Eltern und Geschwistern gefiel. Auch das ist ein Effekt des Projekts: Weder die Jugendlichen noch ihre Eltern waren jemals zuvor im Sinziger Museum.

Koordiniert hatten die Arbeiten der Vorsitzende des Denkmalvereins Hardy Rehmann und Annette Hoffmann von HoT. Johanna Kretschmer von der Barbarossaschule, Pädagogin Uschi Röcke und Angelika Schneider vom Museum begleiteten die Gruppe über das ganze Projekt. Museumsleiterin Agens Menacher freute sich über das Interesse an „ihrem“ Museum und beglückwünschte die Gruppe zu ihren Arbeiten. Fazit: Das Projekt hat die Mädchen und Jungen stark gemacht und dabei haben sie sich so intensiv mit dem Sinziger Museum befasst wie nur ganz wenige.

 

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